Auftakt missglückt

by Hubi on 16. Februar 2010

Mit Kanada, den USA und Norwegen hat das Team um Nati-Coach Ralph Krueger mindestens zwei Gruppengegner, gegen die sie als Aussenseiter antreten werden. Einer davon sind die USA, und gegen die spielten die Eisgenossen die erste Partie an den Olympischen Winterspielen im Canada Hockey Place in Vancouver.

Das Startdrittel begann aus Schweizer Sicht mit einem Bullygewinn und zwei Schüssen aufs gegnerische Tor, danach stand aber erst einmal der Goalie Jonas Hiller auf dem Prüfstein. Immer wieder spielten die Amis mit viel Druck aufs Schweizer Tor. Im Verlauf des Drittels wurde die Partie zwar ausgeglichener, doch die Vorteile der USA waren nach wie vor ersichtlich. Lediglich durch die knallharten Checks vermochten die Eisgenossen zu dominieren. Selbstvertrauen tanken konnten die Schweizer, als sie eine Strafe gegen Severin Blindenbacher schadlos überstanden. Das war ein schwaches Powerplay der Amerikaner. Dafür legten diese gegen den Schluss des Startdrittels wieder einen Zahn zu und setzten die Schweizer arg unter Druck. 61 Sekunden vor Drittelsende war es dann soweit, Bobby Ryan von den Anaheim Ducks bezwang seinen Clubkollegen Jonas Hiller zur 1:0-Führung für die USA.

Im Mitteldrittel erspielten sich das Team von Ralph Krueger eine Riesenchance zum 1:1-Ausgleich, und im Gegenzug verwandelte David Backes – den wir von der WM her wegen seinem Foul an Julien Sprunger in bester Erinnerung haben – zum 2:0 in der 25. Minute. Das Team aus den USA liess seinen Gegnern nur noch wenig Raum, und so wurde zwei Minuten später Raffaele Sannitz in die Kühlbox verbannt. Diesmal klappte das Powerplay in den Reihen der Amerikaner deutlich besser als zuvor, und so verwunderte es nicht, dass Ryan Malone die Führung auf 3:0 ausbauen konnte. Irgendwie rutschte die Scheibe unglücklich zwischen Hillers Schonern hindurch ins Tor. In der Folge wirkten die Schweizer plötzlich unkonzentriert und es kam zu vielen unnötigen Scheibenverlusten in der eigenen Zone. Auch aus den Zweikämpfen gingen die Eisgenossen immer seltener als Sieger hervor. Die wohl gefährlichste Möglichkeit erspielten sich die Schweizer mit Domenicelli über Sannitz zu Sprunger, doch der vergibt aus bester Position. Chancen wie diese, vor allem wenn sie so selten sind, müsste man besser nutzen. Brenzlig wurde es nochmals, als Yannick Weber die Scheibe aus dem Spielfeld beförderte und deshalb wegen Spielverzögerung auf die Strafbank geschickt wurde. Im dritten Unterzahlspiel konnte man aber das 4:0 verhindern.

Was auch immer Coach Krueger seinen Jungs in der Garderobe sagte, seine Worte hatten ihre Wirkung nicht verfehlt. Die Schweizer Nationalmannschaft spielte zu Beginn des Schlussdrittels aggressiv nach vorne und setzen den amerikanischen Goalie zum ersten mal in dieser Partie richtig unter Druck. Nun sahen sich auch die USA genötigt, ihre erste Strafe zu nehmen. Es traf Joe Pavelski, der wegen Hackens raus musste. Das Powerplay konnte sich sehen lassen, doch zu wirklich zwingenden Torchancen kam’s nicht. 10 Minuten vor Spielende gelang dann Roman Wick der Anschlusstreffer zum 3:1 in Überzahl. Ryan Suter wurde zuvor wegen übertriebener Härte auf die Strafbank geschickt. Bei diesem Resultat blieb es dann auch. Eine Minute vor Schluss wechselte Ralph Krueger zwar seinen Goalie zugunsten eines sechsten Feldspielers ein, doch die Zeit reichte nicht aus, sich im gegnerischen Drittel zu installieren.

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