
Seit Dienstagabend sind Denise und ich wieder zurück in der Schweiz. Der Alltag hat uns wieder. Die vielen Tauchgänge mit Delfinen, Hammerhaien, Meeresschildkröten, Riesenmuränen, Barracudas, Steinfischen etc. jedoch werden uns noch lange in guter Erinnerung bleiben. Es gab aber auch einen Tauchgang, an den Denise bestimmt nur mit Schrecken zurückdenken wird.
Nach zwei wunderschönen Tauchgängen am Gordon und Thomas Reef an der Strasse von Tiran unternahm ich mit unserem Guide Petra und den beiden Buddies Egbert und Gerd noch einen dritten Tauchgang an der Aussenseite des Jackson Reef. Dieser Platz ist bekannt für Sichtungen von Hammerhaien. Nach etwa 30 Minuten haben wir dann auch endlich das erste Exemplar in einer Tiefe von circa 25 Metern zu Gesicht bekommen. Etwas später kreuzten dann noch zwei weitere Hammerhaie unseren Weg. Zufrieden über die Sichtung tauchten wir auf 5 Meter auf, wo wir den üblichen 3-minütigen Sicherheitsstopp machten. Gerade als wir ganz auftauchen wollten, sahen wir einen 3 Meter grossen Weissspitzen-Hochseehai auf uns zukommen. Wow, einen solchen kriegt man nicht alle Tage vor die Linse. Schnell wurden noch ein paar Bilder geschossen:
Na, ist das nicht eine imposante Erscheinung? Unsere Freude wandelte sich jedoch relativ bald in eine gehörige Portion Respekt, als er einem unserer Taucher in die Flossen biss. Ihm war wohl nicht nach kuscheln zumute, also machten wir uns vom Acker. An der Oberfläche ging’s dann plötzlich ganz schnell. Ich sah unseren Guide zügig zum Boot schwimmen, und als ich mich umblickte, wusste ich auch weshalb. Der Hai drehte bei und kam direkt auf uns zu. Erst dann nahm ich die wild gestikulierenden und schreienden Personen auf unserem Boot wahr. Nun gut, ich sollte wohl auch möglichst schnell raus aus dem Wasser.
Zu dem Zeitpunkt hat sich schon längst Angst in Denise breit gemacht. Sie hat den Tauchgang ausfallen lassen und musste sich nun vom oberen Deck aus mit ansehen, wie ich Richtung Boot schwamm und der Hai sich mir unaufhaltsam näherte. Sie schrie sich die Seele aus dem Leib. Der Rest war dann wirklich filmreif. Mit knapp eineinhalb Metern Abstand zum Hai kam ich beim Boot an. Kaum hatte ich einen Fuss auf die Leiter gesetzt, zerrten schon vier Hände an meinem Jacket und hievten mich an Bord. Das war knapp! Einer will sogar gesehen haben, dass der Hai schon das Maul aufgerissen hatte. Das entsprang aber wohl eher seiner Phantasie. An Bord waren auch einige Italiener, und die schwörten Stein und Bein, dass das Vieh mindestens 5 bis 6 Meter lang war. Dass ein Weissspitzen-Hochseehai nicht grösser als 3,5 bis 4 Meter wird, wollten sie nicht hören. Wahrscheinlich ist er in ihren abenteuerlichen Erzählungen zuhause weitere 2 Meter gewachsen.
Ach ja, die übrigen zwei Taucher unserer kleinen Gruppe hatten sich in der Zwischenzeit aufs Riff gerettet und konnten später sicher zum Boot schwimmen.















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