Das Ende der Ära Krueger

by Hubi on 24. Februar 2010

Im Viertelfinal treffen die Krueger-Boys auf die USA, und in diesem Duell sind sie krasser Aussenseiter. Daher überrascht es umso mehr, dass Coach Ralph Krueger für heute eine Überraschung ankündigte. In der Qualifikation unterlag sein Team den USA mit 1:3. Für den Exploit braucht’s einen Sondereffort aller Spieler und einen überragenden Jonas Hiller im Tor. Nun denn, lassen wir uns überraschen.

Die Amerikaner gewinnen das Anspiel und legen los wie die Feuerwehr, doch die Schweizer mit Eis in den Adern halten mutig dagegen und kommen selbst zu guten Chancen. Beide Mannschaften drücken unheimlich aufs Tempo. Doch was ist das? Luca Sbisa verschwindet mit schmerzverzerrtem Gesicht in die Kabine. Offenbar hat er sich an der Hand verletzt und muss gepflegt werden. Etwas später kommen die Eisgenossen zum ersten Powerplay, und dieses beherrschen sie wie kein anderes Team in diesem Turnier. 50% Effizienz lautet die beeindruckende Bilanz. Diesmal resultiert daraus aber noch nichts zählbares. Dafür reissen die Amis das Zepter an sich und gewinnen Oberwasser. In der 19. Minute muss gar das Gehäuse retten – ein Pfostenknaller der USA. Trotzdem, die Schweizer überstehen auch diese Druckphase und retten sich mit einem 0:0 in die erste Drittelspause.

Das Mitteldrittel beginnt für die Schweiz insofern mit einer guten Nachricht, als dass Luca Sbisa wieder spielen kann. Zwar können die Krueger-Boys auch auch aus dem zweiten Powerplay kein Profit schlagen, dafür finden sie immer besser ins Spiel. Besonders im ersten Unterzahlspiel mit Sannitz auf der Strafbank können sie die Amis frustrieren, die kaum den Weg ins Drittel vor Hiller finden. Auch die nächste und übernächste numerische Mehrheit können die Amerikaner nicht in ein Tor verwandeln. Immer wieder rennen sie vergebens gegen das Schweizer Verteidigungsbollwerk an. Am Ende des Mittelabschnitts gibt’s nochmals ein Angriffsfurioso gegen die Eisgenossen, und prompt liegt die Scheibe im Tor. Sagte ich am Ende des Mittelabschnitts? Nein, erst eine Zehntelsekunde danach, der Treffer zählt nicht. Konsternierte Gesichter in den Reihen der US-Amerikaner. Es steht nach wie vor 0:0, und das bei einer Schussbilanz von 32:8. Dies ist nicht zuletzt einem grossartig spielenden Hiller zu verdanken.

Der Start ins Schlussdrittel missglückt. Furrer wird in die Kühlbox geschickt und kurz danach lässt Zach Parise die Scheibe über die Torlinie kullern. Nun wird’s kurios:  Sandy Jeannin schiesst aus spitzem Winkel, die Torlampe leuchtet, die Schweizer Fans jubeln, doch der Schiedsrichter zeigt den Treffer nicht an. Im Gegenzug ziehen die Amis ins gegnerische Drittel, schiessen und treffen, doch auch dieses Tor wird nicht gegeben. Stattdessen gibt’s ein Powerplay für die Schweiz. Heute spielt die Statistik aber nicht mit, aus den bisher vier Powerplays müssten sonst 2 Tore resultieren. Es laufen die letzten 5 Spielminuten und die Eisgenossen werfen alles in die Waagschale, um den Ausgleich zu erzielen. An Kampfwille fehlt es ihnen nicht, bloss will die Scheibe einfach nicht ins Tor. 103 Sekunden vor Schluss kommt’s zu einem Bully vor dem Tor der Amerikaner. Ralph Krueger nimmt sein Timeout und setzt alles auf eine Karte. Goalie Hiller wird zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis genommen. Wie heisst’s so schön: Die Hoffnung stirbt zuletzt. 11,2 Sekunden vor Schluss besiegelt Zach Parise mit seinem zweiten Treffer das Ende der Ära Krueger. Die USA gewinnen das Viertelfinalspiel gegen die Schweiz mit 2:0.

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