Ins Viertelfinal gezittert

by Hubi on 23. Februar 2010

Wenn der Olympiatraum für die Schweiz heute nicht enden soll, ist ein Sieg gegen Weissrussland Pflicht. Das Team um Ralph Krueger kennt diesen Gegner gut und weiss genau, was es erwartet. Ein Sieg liegt durchaus im Bereich des Machbaren.

Nach nur 59 Sekunden wird die Schweizer Nationalmannschaft kalt geduscht. Den ersten Schuss auf sein Tor kann Goalie Jonas Hiller nicht festhalten und es kommt zum Abpraller. Aleksei Kalyuzhny lässt sich nicht lange bitten und schiebt die Scheibe zum 0:1 unter Hillers Schoner hindurch ins Tor. Die Eisgenossen versuchen, auf diesen frühen Gegentreffer zu reagieren, bekunden aber Mühe, zum Abschluss zu kommen. Es fällt zudem auf, dass das Schweizer Spiel an Härte vermissen lässt. Dafür versuchen sie, direkter auf Goal zu spielen. Die Bemühungen haben nach 12:25 Minuten auch Früchte getragen, als Julien Sprunger in einem Powerplay das Skore auf 1:1 egalisierte. Nur 10 Sekunden hat das Überzahlspiel gedauert, da hat’s für einmal mit der Effizienz bestens geklappt. Die Schweizer kamen immer besser in Fahrt und so lautet die Schussbilanz nach 20 Spielminuten 16:7 zugunsten der Eisgenossen. Man hatte sogar das 2:1 auf dem Stock, doch Plüss verfehlte nach Vorarbeit von Seeger das leere Tor.

Nach 21 Sekunden im Mitteldrittel erhalten die Schweizer die zweite Chance, in Überzahl zu spielen. Das Powerplay kann sich sehen lassen: Die Scheibe läuft schnell und präzis und es wird aus allen Lagen geschossen. Die Anstrengungen werden aber nicht belohnt, die Weissrussen überstehen die Unterzahl schadlos. Die Partie geht hin und her, und plötzlich ist sie da, die Riesenchance. Patterlini geht an der blauen Linie vergessen und erhält den Pass. Einem Penalty gleich zieht er alleine aufs gegnerische Tor, täuscht an, legt sich die Scheibe auf die Backhand-Seite und schiesst, doch der Puck fliegt übers Tor. Etwas später kommen die Eisgenossen zu ihrem dritten Powerplay und Hnat Domenicelli zu seinem ersten Tor im Dress der Schweizer Nationalmannschaft. Es steht 2:1 für die Schweiz. Nur Minuten später sind es die Schweizer, die sich in Unterzahl behaupten müssen. Richtig gefährlich wird’s vor Hiller aber nicht, das Powerplay ist eher durchschnittlich. 5 Minuten vor Drittelsende kommen die Weissrussen zu einem weiteren Powerplay, und diesmal nutzen sie’s. Den Slapshot von der blauen Linie kann Hiller parieren, doch der Abpraller landet direkt auf der Schaufel von Konstantin Zakharov, so dass dieser nur noch zum 2:2 einschieben muss. Für den Schweizer Goalie ist das keine einfache Partie, denn die meiste Zeit hat er nichts zu tun. Umso schwieriger ist es für ihn, die Konzentration hoch zu halten.

Im Schlussdrittel bauen beide Teams in punkto Tempo ab. Die Scheibe geht zwar hin und her, aber zwingende Chancen gibt’s nur wenige. Erst 3 Minuten vor Schluss legen die Weissrussen einen Zahn zu und es wird brenzlig für die Eisgenossen. Passiert ist aber nichts, und so gehen die letzten 20 Minuten der regulären Spielzeit torlos zu Ende. Wie bereits gegen Kanada und Norwegen geht die Partie mit je 4 Feldspielern in die Verlängerung.

Nach 3:30 Minuten in der Überzeit wird Roman Wick wegen einem Check auf dem offenen Eis auf die Strafbank geschickt. Der Coach der Weissrussen wittert seine Chance und nimmt sein Timeout, um sein Team auf die kommenden 2 Minuten einzuschwören. Das ist eine heikle Phase, und Hiller muss mehr als ein Mal intervenieren. Die beste Chance hatte aber Sannitz, als er in Unterzahl den gegnerischen Goalie Mezin prüfen konnte. Die Schweizer überstehen die Strafe schadlos und sorgen in der Folge selbst für etwas Druck. Ralph Krueger nimmt 6,8 Sekunden vor Schluss sein Timeout, da es zu einem Bully vor dem gegnerischen Tor kommt. Das wird auch gewonnen, der Pass kommt auf Streit, doch der zögert etwas zu lange und verzieht.

Es geht ins Penaltyschiessen, und dort treffen Deruns und Lemm, während Rüthemann vergibt. Das reicht aber für einen Sieg, denn Hiller hält 2 von 3 Versuchen. Die 13-jährige Ära Krueger geht weiter. Mindestens für ein weiteres Spiel…

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{ 2 comments… read them below or add one }

Jeremy 23. Februar 2010 um 23:56

WOW – das nenne ich schnell.
Wenn ich so schnell rennen würde, wie du schreibst, dann wäre ich schon lange meine Marathons gelaufen :D

Hubi 24. Februar 2010 um 07:06

Alles halb so schnell wie’s aussieht. Nach jedem Drittel habe ich bereits einen Abschnitt geschrieben, so dass es nach der Verlängerung und dem Penaltyschiessen nicht mehr viel zu schreiben gab… ;-)

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