
Im Spiel gegen Norwegen zündeten die Eisgenossen ein Startfurioso und wurden nach nur 63 Sekunden mit der 1:0-Führung durch Julien Sprunger belohnt. Es schien, als ob nichts die budgetierten 3 Punkte gefährden könnten. Selbst als die Norweger mit Thierry Paterlini und Rafael Diaz auf der Strafbank für 108 Sekunden zu einer doppelten Überzahl kamen wurde es vor dem Schweizer Tor nie gefährlich. Das Powerplay der Spieler aus dem Land der Fjorde war ideenlos und die Schweizer überzeugten mit einem aggressiven Forechecking. Etwas glücklich kamen die Wikinger in 13. Minute zum Ausgleich. Tore Vikingstad erwischte Jonas Hiller unter dem Schoner. Ralph Kruegers Team versuchte umgehend, die Führung wiederherzustellen und kam mit Streit, Seger und Monnet zu gefährlichen Torchancen. Reüssieren konnte aber keiner, und so ging das Stardrittel mit einem Schussverhältnis von 13:4 zugunsten der Schweizer und je einem Treffer zu Ende.
Im Mitteldrittel übernahm das Team aus Norwegen die Führung. Mads Hansen platzierte in der 26. Minute nach einer Strafe gegen Diaz einen satten aber haltbaren Schuss von der blauen Linie hinter Goalie Jonas Hiller in den Maschen. Vier Minuten später war die Partie wieder ausgeglichen: Mathias Seger spielte den öffnenden Pass auf Roman Wick und dieser verwandelte gekonnt zum 2:2. Das Spiel der Eisgenossen hatte inzwischen an Intensität verloren. Trotzdem gingen sie in der 36. Minute dank Rafaele Sannitz, der den Pass von Seger im Stile eines Baseballspielers direkt in der Luft abnahm, wieder in Führung. Die Freude war aber nicht von langer Dauer, denn wie bereits im Startdrittel war es Vikingstad, der die Partie auf 3:3 ausglich.
Erst im Schlussdrittel war von den Eisgenossen mal wieder Druck aufs gegnerische Tor zu spüren. Dank einem Wechselfehler in der 49. Spielminute gab’s eine 2-Minuten-Strafe gegen Norwegen und die Schweizer kamen zu einem Powerplay. 8 Sekunden vor Ablauf der Strafe brachte Severin Blindenbacher die Schweiz wieder in Führung. Anstatt sich aber für die verbleibenden Minuten auf die defensiven Pflichten zu konzentrieren zeigten sich die Schweizer im Spiel vor dem eigenen Tor zu nachlässig. Auch Jonas Hiller erwischte nicht seinen besten Tag. Beim dritten persönlichen Treffer von Tore Vikingstad stand er hinter dem Tor und konnte sich nicht schnell genug verschieben. Es stand 4:4 und die Partie musste in der Verlängerung entschieden werden.
Die Verlängerung hätte nach wenigen Sekunden vorbei sein können, denn Mark Streits Scheibenverlust in der neutralen Zone hätte beinahe zum entscheidenden 5. Treffer für Norwegen geführt. Jonas Hiller sei Dank, dass dem nicht so war. So war es Romano Lemm, der die Partie nach 2:28 Minuten in der Overtime entschied.
Alles in Allem geht der Schweizer Sieg in Ordnung, da sie trotz der Nachlässigkeiten in den eigenen Reihen die bessere Mannschaft waren. Zufrieden können sie mit dem Sieg aber auf keinen Fall sein, und wenn der Olympia-Traum noch weiter gehen soll, braucht es im Achtelfinalspiel eine deutliche Leistungssteigerung von jedem Einzelnen.











